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Wofür wird VIAGRA angewendet?
VIAGRA wird zur Behandlung von erwachsenen Männern mit
erektiler Dysfunktion (gelegentlich als
Impotenz bezeichnet) angewendet, d. h. bei Männern, die eine
für einen befriedigenden
Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion (einen steifen Penis) nicht
erreichen oder aufrechterhalten
können. Damit VIAGRA wirken kann, ist eine sexuelle
Stimulation notwendig. Das Arzneimittel
bedarf einer ärztlichen Verschreibung.
Wie wird VIAGRA angewendet?
Die empfohlene Dosis von VIAGRA beträgt 50 mg und wird bei
Bedarf ungefähr eine Stunde vor
dem Geschlechtsverkehr eingenommen. Wenn VIAGRA zusammen mit Nahrung
eingenommen wird,
kann der Wirkungseintritt im Vergleich zur Einnahme ohne Nahrung
verzögert sein. Die Dosis kann in
Abhängigkeit der Wirksamkeit und Nebenwirkungen auf maximal
100 mg erhöht bzw. auf 25 mg
gesenkt werden. Patienten mit Leberproblemen oder schweren
Nierenproblemen sollten die
Behandlung mit der 25 mg-Dosis beginnen. Die Einnahme von VIAGRA darf
nicht häufiger als
einmal täglich erfolgen.
Wie wirkt VIAGRA?
Sildenafil, der arzneilich wirksame Bestandteil von VIAGRA,
gehört zu einer Gruppe von
Arzneimitteln, die als Phosphodiesterase-Typ-5(PDE5)-Hemmer bezeichnet
werden. Es wirkt durch
Hemmung des Enzyms Phosphodiesterase, das gewöhnlich eine
Substanz, das so genannte zyklische
GMP (cGMP), abbaut. Während der normalen sexuellen Stimulation
wird cGMP im Penis produziert,
wo es entspannend auf den Muskel in den Schwellkörpern des
Penis (den Corpora cavernosa) wirkt;
dadurch wird ein gesteigerter Bluteinstrom in die Corpora
ermöglicht, was zur Erektion führt. Durch
die Hemmung des Abbaus von cGMP, stellt VIAGRA die Erektionsfunktion
wieder her. Eine sexuelle
Stimulation ist jedoch dafür nach wie vor erforderlich.
Wie wurde VIAGRA untersucht?
VIAGRA wurde in vier Hauptstudien mit 1 690 Patienten im Alter von 19
bis 87 Jahren untersucht
und über einen Zeitraum von 12 bis 26 Wochen mit einem Placebo
(Scheinbehandlung) verglichen. In zwei dieser Studien wurden
festgelegte Dosierungen (den Patienten wurden ausschließlich
entweder
25, 50 oder 100 mg gegeben) verwendet, und in zwei Studien war die
Dosierung flexibel (die
Patienten begannen mit 25 mg und konnten je nach Ansprechen auf 50 oder
100 mg umgestellt
werden). Darüber hinaus wurden Studien an Patienten mit
Rückenmarksverletzungen und an
Diabetikern durchgeführt. Hauptindikator für die
Wirksamkeit war die Fähigkeit, eine Erektion zu
erreichen und aufrechtzuerhalten. Dies wurde in einem speziellen
Fragebogen, der zuhause
auszufüllen war, unter Verwendung einer 5-Punkte-Skala (die
Zahl 5 stellt das beste Ergebnis dar)
aufgezeichnet.
Welchen Nutzen hat VIAGRA in diesen Studien
gezeigt?
VIAGRA war in allen Studien deutlich wirksamer als Placebo. Die in dem
Fragebogen erzielten
Punktzahlen in Bezug auf die Frage, wie oft der Patient in der Lage
war, Geschlechtsverkehr zu haben,
reichten von etwa 2 ohne Behandlung bis 3 oder 4 mit Viagra 50 mg. In
den Studien mit festgelegter
Dosierung lag der Anteil der Patienten, die berichteten, dass die
Behandlung ihre Erektionen
verbesserte, bei 62 % (25 mg), 74% (50 mg) und 82% (100 mg) verglichen
mit 25 % unter Placebo.
Welche Risiken sind mit VIAGRA verbunden?
Die häufigsten Nebenwirkungen (beobachtet bei mehr als 1 von
10 Patienten) sind Kopfschmerzen
und Gesichtsrötung (Flush). Die vollständige Liste
der im Zusammenhang mit VIAGRA berichteten
Nebenwirkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.
VIAGRA darf nicht bei Patienten angewendet werden, die
möglicherweise überempfindlich
(allergisch) gegenüber Sildenafil oder einem der sonstigen
Bestandteile sind, sowie bei Patienten,
denen von sexueller Aktivität abzuraten ist (beispielsweise
Männer mit schwerer Herzerkrankung wie
instabiler Angina pectoris oder schwerer Herzinsuffizienz). Es darf
ebenfalls nicht von Patienten
eingenommen werden, die aufgrund einer Störung des Blutflusses
zum Sehnerv im Auge (NAION
oder non-arteritic anterior ischemic optic neuropathy,
„Schlaganfall des Auges“) schon einmal einen
Verlust ihres Sehvermögens erlitten haben. VIAGRA darf nicht
zusammen mit Nitraten (einer Art
Arzneimittel zur Behandlung von Angina pectoris) eingenommen werden.
Und da VIAGRA
außerdem weder bei Patienten mit schwerer Lebererkrankung,
noch bei Patienten mit Hypotonie
(niedrigem Blutdruck) oder kürzlich erlittenem Schlaganfall
oder Myokardinfarkt (Herzinfarkt)
untersucht wurde, sollten diese Patienten das Mittel nicht verwenden.
VIAGRA kann bei Patienten mit
erblichen Augenerkrankungen wie Retinitis pigmentosa nicht angewendet
werden.
Warum wurde VIAGRA zugelassen?
Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) gelangte zu dem
Schluss, dass die Vorteile von
VIAGRA bei der Behandlung von Männern mit erektiler
Dysfunktion gegenüber den Risiken
überwiegen, und empfahl, die Genehmigung für das
Inverkehrbringen von VIAGRA zu erteilen.
Weitere Informationen über VIAGRA:
Am 14. September 1998 erteilte die Europäische Kommission dem
Unternehmen Pfizer Limited eine
Genehmigung für das Inverkehrbringen von VIAGRA in der
gesamten Europäischen Union. Die
Genehmigung wurde am 14. September 2003 verlängert.
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